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08.08.2017

Die stille Gefahr im Mund

„Der beste Lehrer ist der Schmerz“, sagt ein englisches Sprichwort. Bei der Zahnfleischentzündung gilt das nicht: Sie entwickelt sich zunächst schmerzfrei, hat aber verheerende Auswirkungen auf die Gesundheit – und das weit über den Zahnverlust hinaus, wie Christian Dockter, unser Fachmann für Parodontologie, erklärt.

Warum soll etwas behandelt werden, das keine Beschwerden bereitet?
Schmerzfreiheit heißt nicht Beschwerde-freiheit. Eine Zahnfleischentzündung – wir sagen Gingivitis – spürt man zwar nicht am Zahnfleisch selbst, da die Entzündung zunächst oberflächlich abläuft und keinen Schmerzreiz auslöst. Aber wenn Patienten mir zum Beispiel von einem geschwächten Immunsystem berichten, geht das häufig mit einer Zahnfleischentzündung einher. Bleibt diese unbehandelt, weitet sie sich zur Parodontitis aus. Hier wird es dramatischer: Es ist bewiesen, dass dadurch das Risiko für Schlaganfälle, Herzinfarkte und Diabetes steigt. Als Arzt bin ich zwar auf Zähne spezialisiert, aber die Gesundheit betrachte ich als Ganzes.

Welche Wirkung hat eine Parodontitis speziell auf die Mundgesundheit?
Eine unbehandelte Parodontitis oder auch Entzündung des Zahnhalteapparats führt in der Regel zum Zahnverlust. Der Zahnhalteapparat besteht unter anderem aus dem Zahnfleisch und dem Kieferknochen. Beide bilden sich während der Parodontitis zurück. Das bedeutet: Ist der Zahn ausgefallen, können wir nicht ohne Weiteres ein Implantat in den zurückgebildeten Knochen einsetzen, sondern wir müssen diesen erst wieder aufbauen. Das ist zwar möglich, aber vermeidbar.

Sogar der Kieferknochen bildet sich zurück?
Ja, immer dann, wenn eine Parodontitis lange verschleppt wird. Im Endeffekt ist es das Ergebnis einer Überreaktion unseres Immunsystems. Werden die Zahnzwischenräume nicht regelmäßig gereinigt, bildet sich rund um den Zahnansatz ein Biofilm aus Bakterien. Sobald diese das Zahnfleisch beschädigen, ruft das Immunsystem zum Gegenangriff. Ein spezielles Enzym macht dabei den Weg frei für die Abwehrkräfte, indem es Kollagen, das unser Bindegewebe zusammenhält, abbaut. In der Regel kann der Körper eine Entzündung schnell bekämpfen und das Gewebe anschließend wieder aufbauen. Bleibt eine Parodontitis aber unbehandelt, setzt sich dieser Mechanismus weiter fort und macht auch vor dem Knochen nicht halt.

Und wie behandeln Sie eine Parodontitis?
Im besten Fall müssen wir das gar nicht. Wer zwei- bis viermal im Jahr zur Professionellen Zahnreinigung (PZR) kommt, bei der unser speziell geschultes Personal alle Zahnzwischenräume effizient reinigt, reduziert das Risiko für eine Entzündung auf ein Minimum und wir brauchen in der Regel gar nicht zu behandeln. Im Erkrankungsfall messen wir zuerst den Grad der Entzündung anhand der Lücken zwischen Zahn und Zahnfleisch. Auf dieser Grundlage erstellen wir einen individuellen Behandlungsplan. In der Regel töten wir die Bakterien effizient mit Ultraschall oder Laser ab und spülen sie anschließend mit einer antibakteriellen Lösung heraus. Man kann sagen: Wir „löschen“ wortwörtlich die Entzündungsherde. In schweren Erkrankungsfällen müssen wir die Therapie um Antibiotika oder chirurgische Maßnahmen ergänzen, aber das bleibt die Ausnahme.

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